Spielberichte

Gewohnt prahlerische Doppel-Wochenrückschau – KW 36/13 und 37/13

Tja, da habe ich mir echt was eingebrockt. Ganz tolle Idee mit den Messevorberichten. Mittlerweile bin ich schon vier Tage im Rückstand, aber noch werfe ich die Flinte nicht ins Korn. Bevor ich mich gleich durch den nächsten Schwung Regelhefte wühle, gibt es nun aber erstmal den längst überfälligen Zwei-Wochen-Rückblick. Ich habe in den vergangenen beiden Wochen nämlich trotz des Messe-Vorberichts-Wahnsinns tatsächlich auch noch ziemlich viel gespielt. So viel sogar, dass ich die einzelnen Berichte dieses Mal etwas knapper fasse, um nicht komplett den Rahmen zu sprengen. Bevor ich allerdings von den gespielten Spielen erzähle, muss ich erstmal mit etwas anderem prahlen:


Dinger der Woche!

Ich hatte letzten Sonntag Geburtstag und bin nun also 27 Jahre alt geworden. Das alleine würde ich normalerweise in diesem Blog gar nicht breittreten, aber nun haben mir sowohl meine Freundin also auch meine Mutter keine andere Wahl gelassen, da sie mir nämlich spielbezogene Geschenke machten, die ich Euch nicht vorenthalten kann.

Meine Freundin Annika überraschte mich unter anderem mit dieser Bombe:

Hmmmmm, ein Schoko-Schoko-Schoko-Kuchen mit Marzipan-Meeple und Spielkarten-Deko aus Esspapier (wohl extra aus Großbritannien eingeflogen). Sieht nicht nur cool aus sondern war auch noch voll lecker. Liebsten Dank :-* !!!

Meine Mutter hat sich mal wieder handwerklich ausgetobt und mir doch tatsächlich „Double-Face“-gestrickte Topflappen mit Meeple-Muster beschert.

Hihi, das hat wohl auch nicht jeder… Total super und genau das richtige für die immer näher rückende Meeple-Plätzchen-Back-Zeit. Tausend Dank für dieses tolle Geschenk :-* !!!


Was wurde gespielt?

Pick-a-Dog Annikas Messe-Fundstück des Vorjahres. Hektik-Einsammeln von Karten, die sich in genau einem oder keinem Merkmal von der vorigen Karte unterscheiden müssen. Es ist doch immer wieder schön, in einem Durchmarsch eine Karte nach der anderen abzuräumen, nur um dann am Ende zu merken, dass man schon ganz am Anfang einen Fehler gemacht hatte…

Il Vecchio
Annikas neueste Neuerwerbung haben wir in den vergangenen Wochen gleich zwei mal zu zweit gespielt. Die Medici müssen weg, und wir wollen als aufstrebende Adelsfamilie eine Rolle bei der Nachfolge spielen, indem wir unsere Familienmitglieder in die unterschiedlichen Städte der Toskana entsenden und dort mit Hilfe von Mittelsmännern unterschiedlichen Einfluss geltend machen, der uns schlussendlich Sitze in Stadtrat und Adel von Florenz sowie in den angrenzenden Provinzen beschert. Ein flotter taktischer Schlagabtausch, hat uns beiden ganz gut gefallen.

Escape: Der Fluch des Tempels.
Oh, das Essen braucht noch etwa 15 Minuten im Backofen? Da passt doch ne flotte Partie Escape inklusive Aufbau gut rein. Natürlich wieder mit Illusions und außerdem mit der Mini-Erweiterung The Pit. Irgendwie waren wir dieses mal aber besonders schnell und tatsächlich schon vor dem ZWEITEN Gong fertig…

Myrmes
Bei manchen Spielen fühlt man sich ja mitunter so, als würden einem tausende Ameisen im Gehirn rumwuseln. Myrmes ist so ein Spiel. Passt ja thematisch echt gut.

Finca
Der buntgemischte Obst-Salat lag jahrelang ungespielt bei mir im Regal. Nun entwickelt sich das Spiel plötzlich zu einem Dauerbrenner mit Annika, wenn wir nach einem anstrengenden Arbeitstag (ich) bzw. Lerntag (Annika) ein flottes aber trotzdem taktisch interessantes Spiel zum Runterkommen spielen wollen.

Tokaido
Ebenfalls mit Annika. Ich bleib dabei: Tokaido ist ein „Wellness-Spiel“. Irgendwie nett, sieht total hübsch aus und macht vor allem Apetit auf japanisches Essen… Dummerweise fehlt dem Spiel etwas der Wiederspielreiz, weshalb es bei uns nur alle Jubeljahre mal auf den Tisch kommt. Vielleicht kann da die zur SPIEL erscheinende Erweiterung Crossroads was dran ändern…

Innovation
Oh, das hat mich schon lange interessiert. Allerdings hab ich bislang auf die deutsche Version der Heidelberger gewartet, die sich aber bis  in alle Ewigkeiten zu verzögern scheint (warum eigentlich?). Bei Andreas konnte ich nun Innovation endlich mal in einer Dreier-Runde ausprobieren. Hat mir ganz gut gefallen, obwohl ich grade zum Ende hin ziemlich überrascht war, wie stark und drastisch teilweise die Auswirkungen einzelner Karten werden. Da kann sich das komplette Spiel schon mal innerhalb von wenigen Zügen gleich fünf mal drehen. Diese Unwägbarkeit hat mich dann doch etwas gestört, dafür dauert das „Vorspiel“ nämlich einfach zu lange. Trotzdem fand ich Innovation auch irgendwie interessant und würde es gerne noch weiter erforschen. Eventuell muss ich da doch auch mal selber zur englischsprachigen Version greifen.

Hanabi
Mit Annika, Ramona und Tim in einer Bonner Gaststätte. Ich würde ja jetzt gerne davon berichten, wie irritiert die anderen Gäste auf dieses komische Spiel mit den falsch-herum gehaltenen Karten reagiert haben. Dummerweise waren wir aber -abgesehen von ein paar apathisch vor sich hin starrenden Einzelgängern –  quasi die einzigen Gäste im Lokal.

Skull & Roses Red
Folgte auf Hanabi. Absolut kneipentaugliches Bluff-Spiel. Hat bei allen abwechselnd für entsetzte oder erfreute Jauchzer gesorgt und somit seinen Auftrag voll erfüllt. Da kann ich auch den schon heftigen Anschaffungspreis für die paar bunten Bierdeckel verzeihen.

GiftTrap
Besitze ich seit etwa drei Jahren, habe es in dieser Zeit aber nie gespielt. Nach Skulls and Roses zog Tim das Spiel aus seiner Tasche, und so kam es nun also zu meiner ersten Partie (allerdings nicht mit meinem Exemplar, aber wen juckt das schon). Tja, wie soll ich’s sagen: Die gegenseitige Schenkerei trifft irgendwie nicht meinen Humor, ich fand das alles eher arg mühselig. Dank der netten Gesellschaft noch in Ordnung, ansonsten für mich aber uninteressant.

Memento
Haben wir zum Abschluss des Abends noch kurz angespielt. Ganz nettes kleines Merk-Spiel, bei dem die Spieler reihum Karten ziehen, um unterschiedliche Aufträge zu erfüllen. Ganz pfiffig, aber nix weltbewegendes.

Cash
Spieleabend bei Jörg mit Christwart und Michael. Eigentlich wollten wir ja Olympus spielen… wenn Christwart es denn nur mitgebracht hätte. Kurzer Anruf beim Lieferservice (Christwarts Sohn): „Das Spiel ist in 20 Minuten da“. Zur Überbrückung haben wir dann Cash gespielt. Ein Set-Sammelspiel, in dem es darum geht, mit Kombinationen verschiedenfarbiger Schlüssel Tresore zu knacken. Fand ich „okay“ bis „solala“.

Olympus
Der Lieferservice war pünktlich und so konnten wir dann doch noch das geplante Olympus spielen. Ein Workerplacement-Spiel, bei dem die Spieler mit ihrem Arbeitern reihum starke „alpha-Aktionen“ wählen und die Mitspieler dabei immer in Form von abgeschwächten „beta-Aktionen“ mitziehen können (was aber ebenfalls den Einsatz eines Arbeiters erfordert). Fand ich grundsätzlich ganz interessant, allerdings verlief unsere Partie ziemlich merkwürdig. Ich war aufgrund eines früh erworbenen Sondergebäudes (Tempel der Aphrodite) nicht auf den mühseligen Ausbau eigener Rohstofferzeugung angewiesen und konnte mich daher schnell auf die anderen Bereiche Kultur, Bevölkerung und Krieg konzentrieren. Irgendwann war ich beim Krieg so weit vorne, dass meine Mitspieler zu schutzlosen „Raid“-Opfern verkamen. Wir haben dann abgebrochen. Hat uns also etwas ratlos zurückgelassen. Ich weiß nicht, ob sowas jetzt nur in einer Lernpartie passieren kann, oder ob das ein allgemeines Problem des Spieles ist. Mal schaun, ob ich es nochmal irgendwo mitspielen kann.

Smash Up
War in meinem Jahresranking 2012 ja ziemlich weit unten. Ich habe es nun trotzdem noch mal ausgepackt und gleich zwei mal gespielt (ein Mal mit Annika und ein Mal mit Serafim), und meine Abneigung gegen das Spiel hat sich in diesen beiden Partien tatsächlich nochmal verstärkt. Ich finde Smash Up total unausgewogen und mühselig. Da hilft auch das lustige Thema und die tollen Kartengrafiken nichts.

Zombie Dice
und zwar erstmals mit den Zusatzwürfeln aus dem Double Feature. Die Zusatzwürfel waren zwar total überteuert (ich hab sie natürlich kurz vor Ankündigung der günstigeren Pegasus-Version gekauft), bringen aber echt nochmal einige neue lustige Facetten und Glücks- bzw. Pech-Momente ins Spiel. In den vergangenen zwei Wochen kamen wir auf ganze 15 Partien (dauert ja auch nur ca. 10 Minuten). Genial, ich will noch mehr Würfel!

Star Wars: X-Wing Miniatures Game
Zwei Partien mit Serafim, und zwar endlich mal was anderes als das Grundsetting. Stattdessen haben wir uns die ersten beiden Missionen des Grundspieles vorgenommen. War ne nette Abwechslung, aber jetzt nichts, was ich öfter spielen müsste. Dafür wächst meine Vorfreude auf die erste richtige Schlacht mit individuellen 100er-Staffeln. Es kann sich nur noch um Wochen handeln.

Sid Meier’s Civilization: Das Brettspiel
Meine dritte Partie, dieses mal mit Serafim. Bislang habe ich alle Partien immer zu zweit gespielt, und es hat sich jedes Mal so entwickelt, dass ein Spieler irgendwann klar vorne lag, es aber dann noch etwa ne Stunde gebraucht hätte, um den Deckel drauf zu machen. Wir haben mal wieder abgebrochen, als klar war, dass es nur noch ein „Abwickeln“ des eh schon klaren Sieges für Serafim gewesen wäre. Irgendwie stimmte bisher also der Spannungsbogen nicht so ganz… Bin gespannt, ob das eventuell mit anderen Spielerkonstellationen oder mit noch mehr Erfahrung besser wird… Mal sehen.

Apokalypse
Habe ich im Jahre 2008 bei meinem allerersten Besuch der SPIEL gekauft und kam mir dabei total schlau vor, weil ich sogar einen Gutschein von spielbox.de ausgedruckt hatte, mit dem das Spiel 9,00 € statt 10,00 € kostete. Danach habe ich ungefähr vier oder fünf mal versucht, die Regeln des Spieles zu verstehen, bin aber jeweils kläglich gescheitert. Vergangenes Wochenende packte mich dann nochmal die Wut, und dieses Mal klappte es mit den Regeln, und dass trotz fehlerhafter Spielübersichten… muss wohl am „Erfahrungsgewinn“ der letzten fünf Jahre liegen. Gespielt habe ich Apokalypse dann mit Annika, und eigentlich fand ich das Spiel ganz witzig. Jeder Spieler baut seine eigene Nation von guten und schlechten Menschen auf und muss diese vor den vier Reitern der Apokalypse schützen, die sich in den Nachziehstapeln verstecken.

Leider mussten wir in unserer Partie aber feststellen, dass Apokalypse nicht wirklich Zwei-Spieler-tauglich ist. Das liegt im Wesentlichen an zwei Dingen: Zum einen gibt es hier wieder einmal das berühmte „wer stark ist wird noch stärker“-Problem. Ein Spieler, der einmal vorne liegt, zieht schnell davon. Mit mehreren Mitspielern könnte man sich jetzt natürlich schon gemeinsam auf den Stärksten stürzen, alleine ist das aber eben einfach aussichtslos. Zum anderen ist auch die Passen-Regel im zwei-Spieler-Spiel problematisch. Eine Runde endet nämlich immer genau dann, wenn alle bis auf einen gepasst haben. Im Spiel zu zweit bedeutet das quasi: Habe ich einmal die besser Auslage, passe ich einfach so lange, bis die nächste Apokalypse kommt. Fazit: Zu zweit funktioniert es nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass es zu mehreren besser ist.


Santiago de Cuba
Ein weiteres ungespieltes Spiel, das ich am vergangenen Wochenende mit Annika gespielt habe und somit „abhaken“ konnte. Einfache Regeln, schönes Spielmaterial sowie flottes und taktisch reizvolles Spielgefühl. Insgesamt also ne nette Sache, wenn auch stellenweise überraschend destruktiv. Für uns eine schöne Alternative zu Finca als abendlicher Absacker.

Ants!
Boah, ewig nicht gespielt. Über drei Jahre lag meine letzte Partie zurück, und um ehrlich zu sein hatte ich auch keinen großen Ansporn, das Spiel nochmal zu spielen. Am Sonntag-Abend hat Annika dann aber das Spiel in meiner Sammlung auf Boardgamegeek entdeckt und danach gefragt, und so kam es nun also doch nochmal zu einer Runde Ants!. Sehr thematisch, aber auch ziemlich chaotisch. War eigentlich ganz nett, hat sich aber ewig hingezogen (Spieldauer etwa 1 1/2 Stunden).

Uff… Jetzt bin ich aber selber leicht baff, wie viel ich in den vergangen beiden Wochen gespielt habe. Waren ein paar richtig merkwürdige Sachen dabei und nochmal vieles aus dem letzten Jahrgang, bevor bald die Neuheitenflut über uns hereinbricht.

Und ihr so?

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4 Comments

  • Reply
    Tim Koch
    September 17, 2013 at 12:22 pm

    Tja…
    Da musste ich dir bei Olympus nicht einmal erzählen, was bei meiner ersten Partie seltsam war. Das scheinst du ja ganz gut alleine herausgefunden zu haben.
    Ich habe bei meiner ersten (und gleichzeitig letzten) Partie auch alle auf die gleiche Art überrannt. Soll wohl angeblich besser werden wenn alle das Spiel gut kennen (10+ Partien). Die wird das Spiel bei mir aber wohl nie erreichen.

  • Reply
    Andreas
    September 17, 2013 at 12:44 pm

    Sid Meier´s Civ solltest Du mal mit vier Spielern testen. Keinesfalls mit drei (unbalanced map) und auch nicht mit fünf (ebenfalls unbalanced map). Mit vier reguliert sich alles größtenteils selbst, da die anderen Spieler einen evtl. davonrennenden schnell mit Kulturkarten oder ähnlichem einholen. Mit zwei spielern müssen beide unbedingt auf gleichem Niveau sein und selbst dann kann ein Glücksfaktor (schon der Anfangsdraw der Einheiten) schnell ein Ungleichgewicht bringen. Gib dem Spiel ruhig ein paar Mehrspielerchancen. Es lohnt sich!

  • Reply
    Anonym
    September 17, 2013 at 1:18 pm

    Na dann ein frohes neues Lebensjahr!
    Pick a Dog klingt von der kurzen Beschreibung ja exakt wir "Höchste Eisenbahn" das neulich im Spielepodcast getestet wurde: http://www.youtube.com/watch?v=L_ZZ8kENX_o&feature=youtu.be
    Bei Hanabi hab ich tatsächlich mal die Chance bekommen aus genanntem Grund blöd angeschaut zu werden. Aber dann haben wir die beiden Schaulustigen einfach zum Mitspielen überredet.
    Smash Up finde ich nach wie vor total witzig und immer besser, je öfter man es spielt. Dann weiß man zum Beispiel welche Fraktionen sich gegenseitig gut in Schach halten können, z.B. Bärenreiter und Piraten, Aliens und Ninjas, Steampunks und Gauner. Wenn dann der vorherige Spieler die eine Fraktion nimmt, schnappt man sich selbst die andere – oder eine andere starke. Man könnte sagen, da hat man ja keine Wahl wenn man sich verteidigen will, aber da das Fraktionen-Draften nicht zweimal im Kreis funktioniert, sondern bis zum Letzten und wieder zurück, dreht sich der Spieß auch wieder um.
    Und damit sich nicht manche Leute auf ein bestimmtes Lieblingsdeck einstellen, ist es auch gut nicht alle Fraktionen zur Wahl zu stellen, sondern nur soviele wie nötig, natürlich zufällig ausgemischt.
    Aber es stimmt, einige Fraktionen sind in bestimmten Spielen stärker als andere. Z.B. die Aliens beim Zweispieler-Spiel (immer derselbe Gegner spielt aus, nimmt zurück, spielt wieder aus, nimmts wieder zurück) oder die Ninjas beim Dreispieler-Spiel (da sie bei jeder Basiswertung mindestens die Punkte für den dritten Platz kriegen ohne darum kämpfen zu müssen.)

    Und es bleibt natürlich Geschmackssache, mir schmeckts. :D Aber mehr als 3 Spielern ist es sogar mir zu chaotisch. 3 Hingegen finde ich optimal.

    Bei mir waren diese Woche nur 2 Klassiker dran. Adel verpflichtet und Ohne Furcht und Adel (für 3 Spieler – so viel besser!). Beide Klasse!

    Grüße!
    Paul

  • Reply
    MisterL
    September 19, 2013 at 8:46 pm

    Du weißt ja, dass es nächste Woche bei mir Meeples-To-Go gibt, Martin?
    Da wären die Topflappen dann auch passend zu! ;-)

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