Spielberichte

Patatas fritas – la semana 14/14 en retrospectiva

Eifrige Kommentarleser wissen es bereits: In der vergangenen Woche war ich mit Annika im Urlaub. Koffer gepackt und ab nach Spanien, genauer gesagt nach Alicante. Kofferpacken ist dabei für mich übrigens eigentlich keine schwierige Angelegenheit. Ich bin sieben Tage unterwegs? Gut, dann brauche ich also sieben T-Shirts. Welche? Natürlich diejenigen, die im Schrank grade oben liegen… Sieben Paar Strümpfe, sieben Schlüpper, eine kurze Hose, eine Badehose, einen Pulli… Äh, achja, Hygieneartikel! Hatte ich nicht mal so nen Kulturbeutel? Wo ist der denn abgeblieben? Egal, ein Gefrierbeutel tut’s auch. Zahnpasta, Zahnbürste, Deo und Shampoo rein. Fertig… Gut, noch ein bisschen Kleinkram muss mit, trotzdem brauche ich zum Kofferpacken im Wesentlichen nicht mehr als zehn Minuten…
… wenn da nicht diese eine Sache wäre, die mir regelmäßig den Schnitt versaut. Ihr könnt es Euch vermutlich schon denken. Die Frage aller Fragen beim Kofferpacken ist für mich natürlich: Welche Spiele nehme ich mit?
Das ist aber auch echt fies. Da hat man endlich Urlaub und somit eigentlich alle Zeit der Welt, um die ganze tolle Spielesammlung in voller Pracht genießen zu können. Und dann bringt man aus purem Selbsthass einfach mal knapp 2.000 Kilometer zwischen sich und das eigene Spieleregal… Und weil man fliegt, zählt natürlich jedes Gramm und jeder Zentimeter, weshalb also wohl überlegt sein will, was in den Koffer darf… Hm, verzichte ich vielleicht doch mal ne Woche lang auf saubere Wäsche und nehme stattdessen Caverna mit? Oder müsste ich das eh schon als eigenes Gepäckstück aufgeben? Sperrgut?
Naja, zugegebenermaßen fiel mir die Entscheidung dieses Mal doch nicht soo schwer, denn anders als bei meinen Niederlande-Urlauben stand spielen dieses Mal eh nicht so wirklich auf dem Programm, weshalb ich die Auswahl von vorne herein auf kleine Kartenspiele beschränkte. Trotzdem schwierig. Mitgenommen habe ich am Ende Potato Man, Haggis, Skull King, Pinguin Party und Parade, und weil selbst kleine Kartenspielboxen für Reisezwecke unnötig sperrig sein können, wurde das ganze flux in Zip-Beutel umgepackt.



Im Endeffekt gespielt haben wir während unserer Reise dann:

11 x Potato Man (nun insgesamt 16 Partien)

Egal ob im Flugzeug, in einer Tapas-Bar in Alicante, am Strand von El Campello oder bei einem gepflegten Bierchen in Benidorm: Potato Man war unser treuer Begleiter und Beschützer. Ein simples und flottes Stichspiel mit ein paar pfiffigen Ideen. So wird etwa das ungeschriebene Gesetz, dass in Stichspielen grundsätzlich die gespielte Farbe bedient werden muss, hier einfach mal umgekehrt: Bei Potato Man dürfen Farben, die in dem aktuellen Stich schon ausgespielt wurden, eben nicht mehr gespielt werden, sondern stattdessen nur noch nicht gespielte Farben. Die höchste gespielte Karte gewinnt den Stich, wofür es eine Kartoffelsack-Punktekarte abhängig von der Farbe der Karte gibt. Gewinnt man etwa mit rot, so bekommt man eine rote Punktekarte, die einen Siegpunkt bringt. Gelb ist da schon deutlich attraktiver, bringen die gelben Punktekarten doch gleich vier Punkte. Das Problem bei der Sache ist nur: Mit rot zu gewinnen ist deutlich einfacher, weil rot höhere Kartenwerte enthält (5 bis 18). Ein Stichgewinn mit gelb (1 bis 13) ist da ungleich schwerer … Es sei denn natürlich, man spielt Potato Man (gelbe 1 bis 3) im selben Stich wie „Evil Potato“ (rote 16 bis 18), dann gewinnt immer gelb… was der Gegner aber dummerweise auch weiß. Außerdem wichtig: Von jeder Farbe gibt es nur drei Punktekarten. Sind diese aufgebraucht, gibt es für weitere Stichgewinne in der Farbe auf einmal goldene Punktekarten (5 Siegpunkte), und somit kann etwa rot dann plötzlich doch ziemlich attraktiv werden.

Potato Man ist leichte Stichspielkost mit einem gehörigen Glücksfaktor und vielen kleinen Ärger- und Glücksmomenten. War für unseren Urlaub genau das richtige, was zur Folge hatte, dass von den anderen mitgebrachten Spielen fast nichts gespielt wurde, außer…

1 x Haggis (neu für mich)

Tjo, irgendwann war es mir dann doch zu bunt. Kann ja nicht sein, dass ich fünf Spiele MITSCHLEPPE, und wir dann davon immer nur eines spielen. Jetzt muss mal was anderes her, zum Beispiel dieses Haggis. Das hast du schließlich auch schon ewig in deiner Sammlung und hast es noch nie gespielt, obwohl es Dich immer gereizt hat. Jetzt. Hier. In Alicante. Auf dem Bett. Das ist der Moment. Jawohl! Schließlich haben wir erst vor ein paar Wochen Tichu gelernt, und das ist vom Grundprinzip her schließlich ähnlich. Leider hat unsere erste Partie nicht so richtig gezündet, was aber vor allem an der allgemeinen Müdigkeit gelegen haben mag. Ich fand das Spiel durchaus interessant und würde es gerne weiter erforschen. In Alicante sind wir aber dann trotzdem wieder zur Kartoffel zurückgekehrt. Patatas fritas erschienen auch irgendwie angebrachter für Spanien als diese komischen schottischen Innereien.

Tjoa, das war’s tatsächlich schon mit Spielen in Spanien. Die anderen drei Spiele (Parade, Pinguin Party und Skull King) wurden nicht gespielt und waren somit unnützer Balast. Ich behaupte aber einfach mal, dass meine Freundin mehr eingepackt hat, das sie am Ende doch nicht gebraucht hat. 

 

2 x SOS Titanic (neu für mich)
„Ne Wochenrückschau mit nur zwei gespielten Spielen? Ne, das kann ich nicht bringen“… Also am Sonntag-Abend – trotz größter Erschöpfung – nochmal aufgerafft und doch noch was gespielt. Ja, so bin ich. Voll aufopferungsvoll und so. Ich habe dann also zwei solo-Partien SOS Titanic gespielt, während Annika von der Couch aus für die passende Soundkulisse sorgte (ihr Schnarchen erinnert leicht an krachende Eisbrecher und brechendes Schiffsgebälk).

Eine wirkliche Meinung habe ich noch nicht zu dem Spiel. Im Moment empfinde ich da eher eine leichte Verwirrung. Alleine war das alles ja ganz nett. Halt das klassische Windows-Solitär mit nem interessanten Thema, das sogar irgendwie Sinn macht. Aktionskarten und Sonderfähigkeiten sorgen für die Würze… Was ich mich nur frage: Macht das zu mehreren Spaß? Auf der Schachtel steht, dass Spiel sei für bis zu fünf Spieler, die dann kooperativ diese Patience legen… Der Reiz des alten Windows-Solitärs lag für mich immer darin, dass ich es ultraflott runterspielen konnte. Ohne groß nachzudenken. Nun mit bis zu vier anderen Mitspielern jeden Klick… äh… jede Aktion auszudiskutieren. Das zieht das ganze doch unendlich in die Länge… Und dafür ist mir Solitär / SOS Titanic dann doch deutlich zu glückslastig.

Naja, ich habe es noch nicht mit Mitspielern gespielt, weshalb das hier alles als bloße Deuterei ins Blaue zu werten ist. Vielleicht ist das ja voll spannend mit mehreren. Wirklich vorstellen kann ich es mir aber nicht, wie seht ihr das?


Und sonst so?

Und ihr so?

You Might Also Like

3 Comments

  • Reply
    Hendrik
    April 8, 2014 at 1:34 am

    Wow, die Freundin macht ein Selfie mit 'nem Obdachlosen in Spanien? Abgefahrener Urlaub! Endlich normale Leute hier!

  • Reply
    Guido
    April 8, 2014 at 8:43 am

    Hör nicht auf den Breuer, hombre viril! Bitte dranlassen, sonst: http://www.sadanduseless.com/image.php?n=2540

  • Reply
    Clani
    April 9, 2014 at 12:36 pm

    Mensch, Annika hat Buschido getroffen….. oh nee ist ja nur der Martin. Ich hoffe Ihr habt Euch erholt ;)?

  • Leave a Reply