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SpaM #32 – 3D-Druck: Die Siedler von Catan

Nerve ich Euch schon damit? Ja? Ist mir sowas von egal :)… Mein 3D-Drucker läuft ohne nennenswerte Pausen weiter und hat in den letzten Wochen diverse Catan-Teile ausgespuckt. Die Modelle habe ich auf Thingiverse gefunden, was kein besonders großes Kunststück war: Wenn man dort nach Modellen mit Brettspielbezug sucht, springt einem 3D-Catan über kurz oder lang förmlich an.

Die Siedler von Catan (heute nur noch „Catan“) war für mich kurz vor/nach dem Abi (also vor über zehn Jahren) mein erster Berührungspunkt zur modernen Brettspielwelt (ich bin sicher der wirklich einzige Mensch auf der Welt, bei dem das so war). Heute Spiele ich Catan zugegebenermaßen kaum noch, meine letzte Partie Normalo-Siedler liegt bestimmt zwei Jahre zurück. Das Spiel hat aber trotzdem einen riesengroßen Platz in meinem Spielerherzen.

Nach meinen ersten kleineren 3D-Druck-Projekten fühlte ich mich nun jedenfalls bereit für ein größeres Unterfangen: 37 Landschafts- bzw. Wasser- und Hafenplättchen, dazu Zahlen- und Hafenmarker, ein räuberischer Tornado und Material in den Spielerfarben. Das alles zu drucken hat schon echt saulange gedauert. Geschätzt waren das insgesamt ca. 100 Stunden reine Druckzeit, wobei ich nicht weiß, ob ich nicht vielleicht zu langsam drucke (das kann man ja alles einstellen) und meinem Drucker eventuell einfach etwas mehr zutrauen sollte.

Mit dem Resultat – das ihr oben im Bilder-Slider betrachten könnt – bin ich jedenfalls total zufrieden. Die Plättchen sind toll modelliert, lassen sich ohne größere Probleme drucken und brauchten nur minimale Nachbearbeitung.

Noch ein paar weitere Anmerkungen zum Druck und den Modellen:

  • Die Modelle haben als cleveres Gimmick Aussparungen an der Unterseite, in die man Magnetkugeln (3mm Durchmesser) drücken kann. Die Magnete helfen gegen das nervige Verrutschen der einzelnen Teile beim Spielen, erhöhen allerdings auch die Materialkosten deutlich: Jedes Plättchen hat 18 Magnetkugel-Löcher. Das macht bei 37 Plättchen insgesamt 666 Magnetkugeln („Catan“ reimt sich nicht umsonst auf „Satan“). Im Internet kosten ca. 200 3mm-Magnetkugeln ungefähr zehn Euro (wenn jemand ne günstigere Quelle hat, immer her damit). Das macht – ganz simpel überschlagen – dann Mehrkosten von über 30 € nur für die Magnete aus. Man könnte die Anzahl notwendiger Magnete aber reduzieren, indem man bei den Randplättchen (also den Wasser- und Hafen-Feldern) nur in die drei Seiten Magnete drückt, die auch an ein anderes Plättchen angrenzen (nach außen braucht man ja keine Magnete, solange man keine Erweiterungen druckt). So könnten bei 18 Randfeldern jeweils 9 Magnete eingespart werden, womit man nur noch 666 – 18*9 = 504 Magnetkugeln bräuchte („Catan“ reimt sich nicht umsonst auf „Bremer Kleinverlag“). Ich habe mir testweise einen ersten Schwung Magnete bestellt und sie passen in 90 Prozent der Fälle sehr gut in die Löcher. Soll heißen: Sie lassen sich mit etwas Kraftaufwand und einem lauten „Klack“ hineindrücken und bleiben dann an Ort und Stelle. Bei den anderen zehn Prozent sind die Löcher entweder etwas zu eng (dann wird halt was abgeschabt) oder zu weit (dann werden sie danach halt zugeklebt). Dieser letzte Satz liest sich aus dem Kontext gerissen wirklich ganz ganz furchtbar.
  • Ein paar Plättchen haben sich leider etwas verzogen. Ich habe das zu spät gemerkt und werde jetzt vermutlich einfach damit leben müssen. Für einen Neuausdruck ist der Fehler nicht schlimm genug. Das Verziehen habe ich mittlerweile gelöst, indem ich die Druckplatte etwas höher eingestellt habe (damit sich der erste Druck-Layer schön ins Malerkrepp presst). Außerdem drucke ich nun immer mit „Brim“. Das ist eine Umrandung, die direkt an den Druck anschließt und dafür sorgt, dass sich der Druck nicht von der Platte löst (und damit verzieht). Nachteil: Mann muss die Umrandung anschließend entfernen und glattschmirgeln. Vorteil: Man hat glatte Plättchen.
  • Die Zahlenchips waren mir in der ursprünglichen Version zu dünn. Ich habe das ganz einfach damit gelöst, dass ich sie im Slicer um das vierfache in die Höhe skaliert habe… Und schon habe ich richtig prächtig-robuste Zahlenmarker.
  • Ich drucke derzeit weiter auf billigem Malerkrepp. Das hat aber den Nachteil, dass sich beim Lösen des Druckobjektes vereinzelt sehr große Krepp-Rückstände im Druck finden. Diese habe ich in Wasser eingeweicht und dann mit einem Messer abgeschabt. Bei einem Gebirgsplättchen, das nicht ganz dicht zu sein scheint, lief dadurch aber dann Wasser in die Hohlräume des Plättchens. Das Resultat: Aus dem Plättchen „schwitzte“ tagelang Wasser aus. Nun ist es scheinbar wieder trocken, aber ich sollte meine Drucke wohl in Zukunft lieber doch nur leicht anfeuchten anstatt sie in großem Stile dem ertrunkenen Gott zu opfern.
  • Gedruckt habe ich mit im Wesentlichen (abgesehen von dem Material in Spielerfarben) mit eine Rolle Janbex PLA Filament (weiß). Die Rolle habe ich nicht ganz aufgebraucht. Die Filamentkosten für den kompletten Druck liegen bei unter 20 €.

Als nächstes werde ich die einzelnen Teile nun anmalen (ehrlich gesagt bin ich sogar schon mittendrin). Für mich eine absolute Premiere, aber die ersten Resultate waren ganz zufriedenstellend. Wenn ich in ca. 17 Jahren dann alles fertig angemalt habe, werde ich nochmal dazu berichten.

Achja, zum Abschluss noch eine Anmerkung von mir zu diesem konkreten Projekt sowie zu Spielenachbauten im Allgemeinen: Es liegt mir absolut fern, hier ein wie auch immer geartetes „Raubkopieren“ von Spielen zu promoten. Es geht mir rein um das Aufmotzen von Spielen, die ich bereits besitze. Was ich wirklich ganz Banane fände – auch wenn ich es mir aufgrund des Aufwandes bei diesem konkreten Spiel hier kaum vorstellen kann – wäre wenn sich jemand nun das komplette Spiel selber ausdruckt, anstatt es sich zu kaufen, und dazu dann am besten noch beim Verlag Ersatzkarten bestellt. Bitte macht das nicht, das wäre ein ziemlicher Dick-Move (auch wenn es wohl legal wäre). Für mich ist es jedenfalls Ehrensache, nur solche Spiele „nachzubasteln“, die ich selber eh schon besitze.

In diesem Sinne, und so.

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