Spielberichte

Ungewohnt poetische Doppelwochenrückschau – KW 47/13 und 48/13

Irgendwie verfliegt die Zeit im Moment so unglaublich schnell. Hänge ich echt schon wieder so lange mit den Wochenrückschauten hinterher? Nun ist Kalenderwoche 49 auch schon fast rum, und ich habe noch nichts zu den Wochen 47 und 48 geschrieben. Naja, diese blöde Wochenzählerei ist ja eh eher was für die großen Leute. Wir sehen das hier nicht so eng.


Was wurde gespielt in den Wochen 47/13 und 48/13?
(In Klammern wie gewohnt die Anzahl meiner Partien des betrefflichen Spieles insgesamt)

5x Der kleine Prinz: Mein Zuhause ist zu klein (7)

Auf dem nächsten Planeten bot sich dem kleinen Prinzen ein ganz sonderbarer Anblick: Die gesamte Oberfläche des Planeten war nämlich meterhoch mit merkwürdigen bunten Schachteln zugestellt, kein einziger Fleck war mehr frei. „Nein, hier kann wahrlich keiner leben“, sagte sich der kleine Prinz und wäre beinahe schon weitergereist, hätte er nicht im allerletzten Moment ein leises Wimmern gehört. Da der kleine Prinz von Natur aus sehr neugierig war, betrachtete er den Planeten nun noch einmal genauer, und siehe da, zwischen den ganzen bunten Schachteln fand er nun doch einen einzigen winzig kleinen Freiraum, in dem eine Person aufrecht stand, weil zum Sitzen offensichtlich der Platz nicht reichte.

„Hoppla, wer bist denn du?“, rief der kleine Prinz der Person zu.
„Na, ich bin der Brettspieler“, gab dieser schluchzend zur Antwort.
„Und wieso bist du so traurig?“ fragte der kleine Prinz. 
„Das ist doch offensichtlich, weil ich keinen Platz mehr für neue Spiele habe!“.
„Dann geb doch ein paar von diesen Schachteln hier weg, dann hast du Platz!“
„Weggeben? Nein, das geht nun wirklich nicht, so einen merkwürdigen Vorschlag habe ich ja noch nie gehört!“, empörte sich nun der Brettspieler.
„Und wieso brauchst du denn eigentlich noch neue Spiele, wenn du schon so viele hast?“
„Na zum Haben natürlich, wozu denn sonst?“
„Ich dachte vielleicht zum Spielen?“
„Spielen nimmt zu viel Platz weg! Und außerdem sind die Spiele doch viel zu schade dazu! Die kann man doch nicht einfach anfassen und spielen, so weit kommt es noch!“

Nun hatte der kleine Prinz genug gehört und längst das Interesse verloren, weshalb er ohne weitere Worte verschwand.

Die großen Leute sind wirklich gänzlich ungewöhnlich, sagte er zu sich auf seiner Reise.

5x Bruxelles 1893 (5)

Für den fortgeschrittenen Eurogamer von Welt, der beim Einsetzen eines Arbeiters nicht bloß eine Aktion wählen und für andere blockieren, sondern gleichzeitig auch noch ein Gebot für Bonuskarten abhänig von der Spalte des Aktionsfeldes abgeben und außerdem die Verhältnisse gleich mehrerer Stadtwappen-Mehrheiten-Wertungen mitbestimmten möchte… Und das war jetzt nur einer von zwei Spielplänen…

Pfft, meine einfachste Übung.

3x PitchCar (12)

Das Auto-Flitsch-Spiel PitchCar befindet sich schon seit über vier Jahren in meinem Besitz. Genauso lange denke ich nun auch schon darüber nach, mir Erweiterungen dazu zu kaufen, da die Streckenbau-Möglichkeiten mit dem Grundspiel doch arg limitiert sind. Mein Arbeitskollege und ständiger Mitspieler Kai ist da flotter. Der hat sich PitchCar nämlich auf der vergangenen SPIEL in Essen gekauft und die Erweiterung PitchCar Extension 2 landete gleich mit in seiner Einkaufstüte. Mit meinem Grundspiel, seinem Grundspiel und seiner Erweiterung konnten wir nun einen herrlich langen Rundkurs bauen:

Kai versucht beim Schnippsen möglichst sportlich auszusehen
Manuels Mimik liegt irgendwo zwischen „Hui, was macht das Spaß“ und „Ich werde Euch alle im Schlaf ermorden“.

Das einzig dumme an der Sache war nun aber, dass dieser Kai am Ende des Abends doch tatsächlich die Frechheit besaß, sein Grundspiel und seine Erweiterung wieder einzupacken und mitzunehmen. Ich bin dann kurz in mich gegangen und habe plötzlich so etwas wie eine innere Leere gefunden… und außerdem ein leises Stimmchen, das mir zurief: „Ey, du bist doch besser als der Kai. Wieso hast du dann so wenig PitchCar und er so viel?“.

Ähm, tja. Sagen wir es mal so. Er hat nun weniger Erweiterungen als ich.

Tödlicher Todeskurs des Todes. Nutzung auf eigene Gefahr. Tod.

1x Die Burgen von Burgund (11)

Ich hätte es fast geschafft meine Sechser-Weide komplett mit Kühen zuzubauen. Natürlich gönnt Annika mir die Freude nicht und schnappt mir das letzte Kuh-Plättchen weg, obwohl es ihr selber überhaupt nichts bringt… Argh, blöde Kuh!… Äh, ich meine natürlich die Plättchen! Blöde Kuh-Plättchen. Jawohl.

1x Nations (5)

Erstmals zu dritt, wobei meine beiden Mitspieler einfach bestimmt haben, dass ich nen höheren Schwierigkeitsgrad als sie spielen muss. Das passiert denen auch nicht nochmal, denn damit hatte ich

a) eine Entschuldigung für alles, was nicht so rund lief und
b) einen zusätzlichen Grund zu prahlen, wenn mal irgendwas geklappt hat.

Achja, und apropos Prahlerei. Wenn ihr bei dem Spiel mal richtig auf die Kacke hauen wollt, dann müsst ihr Euren Mitspielern beim Kauf der Karte „Origin of Species“ einfach möglichst süffisant erklären, dass der ursprüngliche Titel des Werkes natürlich viel länger war. Vollständig hieß Darwins Werk in den frühen Auflagen nämlich „On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life“. Diese Information habe ich vor zig Jahren mal irgendwo aufgeschnappt und mir damals gedacht: „Hey, damit kannst du bestimmt irgendwann mal voll angeben, also merk Dir das mal lieber!“… War nun so weit.

Nations zu dritt

Außerdem:
1x Expedition: Northwest Passage (8) – Die letzte Partie vor dem Video.
1x Hanabi (13) – mit zwei Goldfischen.
1x Russian Railroads (1) – Ich finde die Regel gar nicht so toll wie alle tun.
1x Santa Cruz (6) – weil ja bald Weihnachten ist


und sonst so?

Annika hat Plätzchen mit Siegpunktverziehrung gebacken :)

Die habe ich allerdings schon lange alle aufgefuttert.

Und ihr so?

You Might Also Like

5 Comments

  • Reply
    Anonym
    Dezember 5, 2013 at 5:29 pm

    Du sagts du findest die Regeln von RussianRailroads gar nicht so toll. Meiner Meinung nach ist sie ordentlich strukturiert, farblich passend unterlegt, es gibt sinnvolle Beispiele, keine Wiederhohlungen, Erklärung aller Plättchen/Karten, alles tip top. Ich musste die Anleitung nur einmal lesen und konnte das Spiel locker erklären und musste nicht nachblättern wärend der Partie. Als ich am nächsten Tag zur Kontrolle nochmal schnell darüber geflogen bin, viel mir auf, dass alles richtig gespielt wurde. Ich kenne Anleitungen da bringt einmaliges lesen praktisch nix und man muss trotz dreimaligem lesen gefühlte 25 nachblättern und das ist zumeist auch noch aufwendig weil die Regeln oft schlecht strukturiert sind. Was stört dich denn bzw. warum findest du die Regeln "nicht so toll"?
    Zum Spiel möchte ich noch sagen, dass es so wirkt als sei die obere Strecke zu schwach. Egal was man wie wo wann macht, 400 Punkte sind drin bzw. um die 400. Spielt man aber auf das weiße Gleis auf der oberen Strecke, so bleibt man, zumindest in unseren ca. 10 Partien, immer bei ca. 300 hängen. Wir werden weiter versuchen mit dem weißen Gleis zu gewinnen, irgendwie sollte das ja gehen. :)
    Grüße

  • Reply
    Michael
    Dezember 5, 2013 at 8:43 pm

    Ich hab meine Essenneuheiten fast durch. RRR ist der klare Sieger. Rokoko mag ich auch. Enttäuschung ist nicht dabei aber außer rrr auch nicht genügend wirkliche Freude. Glasstrasse reizt mich aber da ich wohl nie soviel spielen werde, dass ich es richtig spielen kann, wird es wohl in der Versenkung verschwinden. Weiß nicht, ob ich noch Lust auf Amerigo oder Nations oder Concardia habe….

  • Reply
    Clani
    Dezember 8, 2013 at 5:28 pm

    Bei uns war eine Partie Mars Würfel auf dem Tisch (naknak naaak) und eine epische Partie Eclipse mit freidlich vor sich hin siedelnen Rassen, bis zur finalen Schlacht…. Mein Gott was für ein Spiel.

    Morgen ist der nächste Spieleabend.

  • Reply
    Martin Klein
    Dezember 10, 2013 at 8:30 am

    Servus!

    Ich finde die Regel von Russian Railroads grundsätzlich auch gut gemacht. Didaktisch ist das auf jeden Fall gut aufgebaut, keine Frage. Allerdings hilft mir das wenig, wenn nicht alle Detail-Fragen geklärt sind, und das ist bei Russian Railroads meiner Ansicht nach nicht wirklich der Fall. Ich sage nur Verdoppler vs. Münzen / schwarze Arbeiter / türkise Arbeiter… und das dann noch in Zusammenhang mit eventellem Austausch von Arbeitern wegen Münzen auf dem Reihenfolgenfeld… das ist für mich alles etwas schwammig. Vielleicht hänge ich mich da auch grade an nem Detail auf :-)

    Die Anleitung ist grundsätzlich okay und das Spiel gefällt mir bislang auch ganz gut (habe allerdings erst zwei Zweier-Runden hinter mir). Die 400 Punkte konnte ich dabei noch nicht knacken sondern war jeweils eher bei um die 350 Punkte (einmal mit Schwerpunkt TRANSSIB und einmal mit Schwerpunkt Industrie). Waren aber beides eher noch "mal wild drauf losprobieren-Spiele", ich kann mir schon vorstellen, dass man da auch gut über 400 Punkte kommt.

    Viele Grüße,
    Martin

  • Reply
    Hendrik
    Dezember 21, 2013 at 4:15 pm

    RRR finde ich nach zwei Zweier-Partien auch ganz gut. Ich verstehe nur nicht ganz, warum man fünf unterschiedliche Gleise pro Strecke legt? Der Mechanismus funktioniert ja ganz gut, aber was soll das thematisch? Stört mich wirklich ein wenig. (Ich habe allerdings auch nur eine englische Spielregel, vllt. erklärt das ja die deutsche Fassung…?)

  • Leave a Reply